Pröll-Pressestunde -Zenit der Selbstherrlichkeit

Die heutige Pressestunde mit dem NÖ-Landeshauptmann war eine Selbstgefälligkeit sondergleichen, ein Tiefpunkt für den ORF und hoffentlich Symbol für den Zenit der Selbstherrlichkeit in NÖ Über weite Strecken war das ein Hölzlwerfen, da wird Putin im russischen Fernsehen kritischer interviewt

Er macht sich locker über den Rechnungshof lustig, der es wagt, einige kleine Sachen in NÖ als nicht optimal aufzuzeigen: wörtlich: „Ja der Rechnungshof ha ha“.- Etwas aufgeregt wird er nur, als die Standard-Chefredakteurin ihm sagt, dass das Land NÖ nicht viel weniger Geld verbraten hat als das Land Salzburg, wo es zumindest zum Rücktritt der Landeshauptfrau gekommen ist. Er erzählt unwidersprochen dann die Legende, dass NÖ eine Milliarde Gewinn durch gute Veranlagung (natürlich nicht durch „Spekulation“) gemacht habe. Die Verluste vergisst er wieder einmal anzuführen. Taxfrei verkündet er (natürlich auch unwidersprochen), dass das Land sicher jetzt oder in den nächsten 2 Jahren Frankenkredite nicht umwandeln wird, sondern drauf wartet, dass der Franken wieder auf den ursprünglichen Kurs fällt (wie wenn das selbstverständlich wäre; was ist aber wenn der Franken steigt?) Immerhin gibt nicht der kleine Maxi solches von sich gibt. Ev könnte man in Zukunft beim ORF die Fragensteller überhaupt einsparen, wenn die sich eh nicht trauen Märchen zu hinterfragen.

Locker kann er verkünden: NÖ hat gespart, nun soll der Bund sparen.- Er gibt sich onkelhaft: Man soll der SP bei der Steuerreform entgegenkommen, aber Vermögenssteuern kann es natürlich nicht geben; „Leben und leben lassen“ nennt er das. Ja so ist das in NÖ. Das beruht auch auf weitgehender Medienkontrolle. Pröll wird nicht einmal drauf angesprochen, dass er al einer von nur wenigen Landeshauptleuten sehr offen für das berüchtigte TTIP, dem geplanten Handelsabkommen mit den USA ist; im Sinne von Raiffeisen und den Großagrariern wollen sie dadurch am US-Markt reüssieren. Eine Linie, die zehntausende kleinere Bauern zum Exit bringen wird. Aber sie fahren noch erfolgreich diesen Kurs-. Heute haben die sozialdemokratischen Bauern – die da kritisch sind – es leider seit nicht mehr geschafft mit einem Mandat in der Landes-Landwirtschaftskammer vertreten zu sein.

Auf den Eiertanz um eine Bundespräsidentenkandidatur möchte ich gar nicht eingehen. Wenn ich auch versuche immer auch was Positives zusehen, diese Pressestunde war eine Selbstgefälligkeit sondergleichen, ein Tiefpunkt für den ORF und hoffentlich Symbol für den Zenit der Selbstherrlichkeit in NÖ. Es ist Zeit, dass sich in NÖ was ändert!

Autor: Josef Baum

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